© Privat

Hans-Jürgen Syberberg

Hans-Jürgen Syberberg wurde 1935 in Nossendorf geboren. Er ist Filmemacher und gehört zu den Vertretern des Neuen Deutschen Films der späten 1960er Jahre. Er wuchs u.a. in Rostock auf, bis er 1953 in die Bundesrepublik floh, wo er Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte studierte. In München promovierte er über Das Absurde bei Dürrenmatt. Sein erster Spielfilm Scarabea – Wie viel Erde braucht der Mensch? (nach Tolstoi) erschien 1969. Syberbergs Filme Ludwig, Requiem für einen jungfräulichen König (1972), Karl May (1974) und Hitler: Ein Film aus Deutschland (1978) tauchen in die deutsche Kultur ein, indem sie an der Schnittstelle von Geschichte und Mythos arbeiten. Sie zeichnen sich durch eine starke traumhafte und allegorische Qualität, sowie eine fragmentarische Struktur aus und vereinen verschiedene künstlerische Bereiche wie Theater, Oper, Literatur, Kabarett oder Marionettentheater. Sein Stil wird von ihm selbst als eine filmische Verbindung zwischen dem epischen Theater Bertolt Brechts und der Opernästhetik Richard Wagners beschrieben.

Syberberg wurde 1968 und 1982 mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet. 1973 bekam er gemeinsam mit Walter Sedlmayr den Adolf-Grimme-Preis und den Deutschen Filmpreis in Gold. Zudem wurde er 2011 zum Commandeur des französischen Ordre des Arts et des Lettres ernannt.