
Ulrich Schreiber
Ulrich Schreiber (geb. 1951 in Solingen, Deutschland) ist Kulturmanager, Kurator, Herausgeber und Förderer der internationalen Literatur. Er studierte Philosophie, Politikwissenschaft und Russisch an der Freien Universität Berlin. Er ist Gründer des internationalen literaturfestivals berlin (ilb), das er von 2001 bis 2023 leitete. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Festival zu einer globalen Plattform, die mehr als 3.600 Autorinnen und Autoren aus rund 120 Ländern zusammenbrachte, darunter Träger des Nobelpreises, des Pulitzer-Preises und des Booker-Preises.
Schreiber ist Autor des Buches Die politische Theorie Antonio Gramscis (1982, 4. Auflage 1994), Herausgeber mehrerer Publikationen zum Werk von Peter Weiss und zur Kulturpolitik in Hamburg. Er betreute Anthologien und Kataloge des ilb sowie Publikationen zu aktuellen literarischen und gesellschaftlichen Themen 2001-2023. Im Rahmen des ilb etablierte er 2011 in Zusammenarbeit mit EUNIC den „Graphic Novel Day“ und initiierte 2006 die „Worldwide Readings“ sowie 2020 die „Worldwide Screenings“. 2012 verband er mit dem Programm „Europe Now“ Literatur und politische Debatte und veröffentlichte eine Anthologie, die als „literarischer Rettungsschirm“ bezeichnet wurde. Darüber hinaus gab er die vier Bände Refugees Worldwide: Literarische Reportagen 2016 -2022 heraus, die sich den Erfahrungen von Geflüchteten sowie dem Verhältnis zwischen Literatur, Migration und Menschenrechten widmen.-
1989 gründete er die Internationale Peter-Weiss-Gesellschaft, deren Vorsitzender er bis 1998 war. Er beteiligte sich 2005 an der Gründung des PEN World Voices Festival in New York und war Leiter des internationalen literaturfestivals in Mumbai 2007. Seit 2010 war er Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und dann einer der Initiatoren des PEN Berlin, dessen Mitglied er bis heute ist. Gemeinsam mit dem Schweizer Kulturmanager Hans Ruprecht gründete er das internationale literaturfestival odessa, das 2015 in der Ukraine ins Leben gerufen wurde. Seit 2022 findet es wegen des Krieges im Ausland, zuletzt im September 2026 in Chisinau, statt.
Gemeinsam mit Norbert Kron realisierte er die Filme What Matters (2017), der sich den 30 Artikeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte widmet, Voices on War (2022) und Voices at War (2023) über den Krieg in der Ukraine. Von 2015 bis 2023 war er Mitglied der Mitgliederversammlung der Heinrich-Böll-Stiftung.
Zuletzt gründete er den Verein Bebelplatz e.V., dessen Vorsitzender er ist. Ulrich Schreiber lebt mit seiner Frau Claudia Benker-Schreiber in Berlin. 2015 wurde er vom französischen Kulturministerium für seinen Beitrag zur Förderung von Kunst und Literatur in Frankreich und weltweit zum „Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres“ ernannt.