
Helga Schubert (Deutschland)
Erinnerung an Ingeborg Bachmann
Helga Schubert thematisiert in dieser Veranstaltung das Werk Ingeborg Bachmanns. Sie hielt kürzlich in den Tagen der Literatur die Klagenfurter Rede mit dem denkwürdigen Titel „Und führe uns nicht in Versuchung“ – diese Passage aus dem „Vater unser“ machte sie sich auch im Blick auf die Wahrnehmung der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann zu eigen. In ihrer Rede betonte sie: „Ich möchte auf die Versuchung hinweisen, sich dem Boulevard-Journalismus anzunähern, statt Ingeborg Bachmanns Gedichte, ihre Erzählungen, Romane, Hörspiele, Librettos, Essays, ihre Porträt-Versuche zu lesen.“ Und an anderer Stelle: „Es ist ein Dickicht aus Umzügen, Drogen, zerschlagenem Porzellan, Übergriffen, Dior-Kleidern, vernichtetem Tagebuch des Geliebten und Zusammenbrüchen, durch das ich mich zum Werk durchkämpfen muss und das mich dann zu Demut und Respekt vor dieser außerordentlichen Dichterin führt.
Der Ingeborg-Bachmann-Preis wurde 1976 von der Stadt Klagenfurt im Gedenken an die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann gestiftet und wird seit 1977 jährlich während der Tage der deutschsprachigen Literatur verliehen. Für den Wettbewerb um diesen Preis schlug der Lyriker Günter Kunert 1980 Helga Schubert vor – sie erhielt aber von den Verantwortlichen in der DDR keine Erlaubnis für die Ausreise. 1987 – 1990 war sie Jurymitglied und gewann 2020 – nach Einladung von Insa Wilke – den Wettbewerb.
Moderation: Frank Wilhelm
Sprache: Deutsch
Eintritt: 10€/ ermäßigt 8€