Literarisches Programm
Nouri al-Jarrah – Gedichte
Nouri al-Jarrah liest eine Auswahl seiner Gedichte. Der 1956 in Damaskus geborene syrisch-britische Dichter und Journalist verließ Syrien Anfang der 1980er-Jahre, verbrachte prägende Jahre zwischen Beirut und Nikosia und arbeitete dort für die arabische Diaspora-Presse. 1986 zog er nach London, wo er seither lebt und schreibt. Von London aus hat er mehr als sechzehn Gedichtbände veröffentlicht und mehrere der einflussreichsten arabischen Literaturzeitschriften seiner Generation gegründet.
Seine Lyrik greift auf die griechische und mediterrane Mythologie, arabische Volkserzählungen und Legenden zurück und setzt sich zugleich mit Metaphysik, Exil, Erinnerung und – am eindringlichsten – dem syrischen Bürgerkrieg und der darauf folgenden Flüchtlingskrise auseinander. Al-Jarrah zu lesen bedeutet, in eine Poetik einzutreten, in der das Meer, die Stadt und der Körper des Exilierten zum Material einer einzigen fortwährenden Elegie werden.
Sein Werk wurde ins Englische, Französische, Italienische, Spanische, Persische, Griechische, Niederländische, Polnische, Türkische, Kurmandschi und Hebräische übersetzt. Im Jahr 2000 gründete er in Abu Dhabi gemeinsam mit anderen das Centre for Arabic Geographical Literature und den Ibn Battuta Prize for Travel Literature. 2012 war er Mitbegründer der Syrian Writers Association, deren Präsident er 2017 wurde. 2023 erhielt er den Prix Max Jacob und den Primo Napoli Prize.
Moderation: Stefan Weidner