Literarisches Programm

Ilya Kaminsky (online) – Gedichte

Kaminsky, der bereits während seiner Schulzeit zu schreiben begann, schreibt seit 1994 Gedichte auf Englisch. Seine erste Gedichtsammlung, Musica Humana, erschien 2002. Internationale Bekanntheit erlangte er mit Dancing in Odessa (2004; auf Deutsch: Tanzen in Odessa, 2017), das in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt wurde. Das Buch ist eine Erinnerung an die Stadt seiner Kindheit und die Menschen, die dort lebten, und zugleich eine Reflexion über das Erinnern selbst. Es setzt sich mit persönlicher, familiärer und kultureller Geschichte auseinander und nimmt dabei Bezug auf Joseph Brodsky, Marina Zwetajewa, Isaak Babel, Paul Celan und andere.

In seinem über zehn Jahre hinweg entstandenen, umfangreichen Verserzählwerk Deaf Republic (2019; auf Deutsch: Republik der Taubheit, 2022) schreibt Kaminsky über Krieg und Gewalt, aber auch über Solidarität. Nachdem Soldaten einen gehörlosen Jungen erschießen und töten, schließen sich die Bewohner von Vasenka, selbst Schauplatz des Krieges, zusammen und leisten Widerstand, indem sie vorgeben, taub zu sein. An die Wände der Kasernen der Soldaten schreiben sie mit Kreide: „Niemand hört dich.“